Abrechnung endodontischer Maßnahmen erschwert

13/4/18
Praxisführung

Abrechnung wiederholter Wurzelkanalbehandlung nach richtliniengemäßer Erstbehandlung von der KZVB abgeschafft.

Rücknahme der Vereinbarungen zwischen der ZZB geführten KZVB und der AOK Bayern

Die AOK Bayern hatte in den letzten Jahren eine große Anzahl an wiederholten Wurzelkanalfüllung moniert und mit der Rückzahlung im Wege der sachlich rechnerischen Berichtigung gedroht. Es stand eine höherer 6- stelliger Eurobetrag zur Disposition.

ZZB hatte noch im Jahr 2017 im Rahmen der sogenannten Clearingstelle in vielfachen zähen Verhandlungen mit der AOK konsentieren können, dass die wiederholte Abrechenbarkeit von Wurzelkanalfüllungen unter Umständen möglich sein kann.

Folgende Voraussetzung waren abgestimmt

1.       Nach erfolgter Initialbehandlung alio loco im Notdienst

o Begründung ZZB: Die initiale Therapie erfordert neben der Extirpation der Pulpa eine initiale Wurzelkanalaufbereitung mit Abrechnung der Leistung WK (1. WK).  Bei der definitiven Wurzelkanalaufbereitung durch den Behandler muss dieser erneut den Wurzelanal aufbereiten und abrechnen (2. WK), um eine richtliniengemäße WF durchführen zu können. Die auch besonders deshalb, weil der Zahnarzt die Aufbereitung des Wurzelkanals entsprechend seines Protokolls und der Taperung seiner Instrumente vornehmen muss.   

2.       Nach technisch und radiologisch richtliniengemäße Wurzelkanalfüllung:

-          Auftreten von Schmerzen, die initial eine Entfernung und spätere neue WF erfordern.

o   Begründung ZZB: Trotz fachlich einwandfreier WF kann es in Ausnahmefällen zu schmerzhaften apikalen Parodontitiden kommen, die eine Entfernung der WF notwendig machen.- Behandlungsfehler liegt nicht vor. 

-          Auftreten von akuten apikalen Entzündungen

o   Begründung ZZB: Trotz fachlich einwandfreier WF kann es in Ausnahmefällen zu nicht schmerzhaften apikalen Parodontitiden kommen, die eine Entfernung der WF notwendig machen.- Behandlungsfehler liegt nicht vor. 

3.       Im Zuge einer Wurzelspitzenresektion

-          Nach einer orthograden Wurzelkanalfüllung erfordert der apikale Verschluss eine erneute Berechenbarkeit der retrograden WF – siehe BEMA.

Die KZV sollte aber auf Hinweis der AOK alle Praxen prüfen, bei denen diese wiederholten  Abrechnungen von Wurzelkanalbehandlungen gehäuft auftreten. In diesem Punkt hat ZZB die AOK unterstützt, unter Einsicht der Röntgenbilder und der Karteieinträge eine unlautere Abrechnungspraxis zu unterbinden.

Diese Übereinkunft mit der AOK hat den bayerischen Zahnärzten endodontische Behandlungen einen Schritt näher am wissenschaftlichem Erkenntnisstand ermöglicht- ein echter Fortschritt.

Der FVDZ Führung der KZVB hat diese Regelung mit der AOK aus nicht nachvollziehbaren Gründen wieder zurückgenommen, wie im Rundschreiben März 2018 mitgeteilt wurde.

Jetzt gilt wieder die Regelung, dass Wurzelkanalbehandlungen auch dann nicht wiederholt abgerechnet werden dürfen, wenn keine Behandlungsfehler des Zahnarztes vorliegen.

Diese Rücknahme der von ZZB erreichten Vereinbarungen stellt erneut einen Kniefall der KZVB -Vorstände Herr ZA Berger, Herr Dr. Schott und Herr Dr. Kinner vor der AOK dar und ist keine lobenswerte Leistung unsere Interessensvertretung, sondern ein Rückschritt.

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